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„Hier ist Swasiland", sagt Konsul Volker Stoltz. Hier, mitten in Mitte, am Hackeschen Markt. Der Bayer hat in einer Dachgeschosswohnung das Konsulat eingerichtet. Viel Kundschaft hat er nicht. Nur eine Handvoll, rund hundert Swasiländer leben in Deutschland. Vor zwei Jahren stattete König Mswati III. Deutschland einen Besuch ab. Wir staunten gebührend über den Umstand, dass er sieben Frauen hat, von denen, um die Gastgeber nicht zu verschrecken, allerdings nur eine mit auf Reisen ging.
Als Mswati III. im Jahr 1982 inthronisiert wurde, war er mit 15 Jahren der jüngste Monarch der Welt. Sein Vater Sobhuza II. hatte mit 61 Jahren Regentschaft weltweit das Königsamt am längsten innegehabt. Das sind so ziemlich die einzigen Rekorde, die dieses Königreich berühmt machten. Nach dem Königsbesuch geriet Swasiland in Berlin wieder weitgehend in Vergessenheit. Konsul Volker Stoltz will das gerne ändern. Er hat dabei kein Event-Budget wie Diplomaten größerer Länder. Hinterher hat man beinahe ein schlechtes Gewissen: Warum war man eigentlich noch nie dort?
Aber er trägt die Liebe für dieses Land in sich, die jeden einnimmt, der mit ihm spricht.
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Warum erscheinen uns Orte wie Mallorca oder die Malediven immer schöner, interessanter?
Gerade hat der Konsul die „Deutsche Swasiland-Gesellschaft" gegründet. „Swasiland wird auch die Schweiz Afrikas genannt", sagt er. Weil das Land klein und liebenswert ist. 50 000 Touristen zählt man jedes Jahr, viele machen auf einer Reise nach Südafrika auch einen Abstecher in das kleine Königreich, das vom Staatsgebiet Südafrikas umschlossen wird. Spielen Golf, genießen die Landschaft.
Das ist die schöne Seite des Landes.
Das größte Problem ist Aids. „50 Prozent der unter 35-Jährigen sind HlV infiziert", sagt Volker Stoltz. Er . kümmert sich darum, dass das hierzulande nicht vergessen wird. Und freut sich über jede Spende, die Waisen in Afrika hilft, satt zu werden und eine Schulausbildung zu absolvieren.
„Es gibt Dörfer, in denen kaum noch Erwachsene leben, weil viele an den Folgen von Aids gestorben sind. Die einzige Branche, die in Swasiland boomt, ist die Beerdigungsbranche.
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40 000 Waisenkinder zählt das Königsreich, im Jahr 2010 werden 120.000 Kinder ohne Eltern aufwachsen.
Volker Stoltz, der in Bonn eine PR-Agentur aufbaute, die er schließlich verkaufte, ist seit drei Jahren Konsul. Er weiß, wie man Themen verkauft. Und er weiß, dass es schwierig ist, Menschen für Swasiland zu interessieren. Das Land hat kein Budget für Champagnerempfänge oder beeindruckende Präsentationen, mit deren Hilfe Investoren gewonnen werden könnten.
Dafür kann Konsul Stoltz gut erzählen: Von den schönen und den weniger schönen Seiten seiner zweiten Heimat. Der bayerische Rotary-Club Schliersee verdoppelt jede Spende, die für Swasiland gemacht wird. Wenn Volker Stoltz in Swaziland Kinder sieht, die wieder lachen können, weiß er, dass er das Richtige macht. Natürlich ist Konsul ein schöner Titel. Aber noch viel schöner ist es nun mal, Gutes zu tun. „Es macht einfach Freude. Und ich weiß um die begrenzten Möglichkeiten."
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